Hut ab!

Das war wirklich sportlich.

Mehr Mühe geben könnt ihr euch ja trotzdem.

Fragwürdige Recherchemethoden waren Ausgangspunkt der Polylux-Aktion

P R E S S E M I T T E I L U N G

Fragwürdige Recherchemethoden waren Ausgangspunkt der Polylux-Aktion

- Egal ob Speed-User oder Sektenaussteiger: Art der Internetrecherche bei Polylux kein Einzelfall
- Kommando Tito von Hardenberg löst sich feierlich auf
- Aufruf zu weiteren Medienguerilla-Aktionen

(Berlin, 17. April 2008) Zu den Reaktionen auf das vom Kommando Tito von Hardenberg in der Polylux-Sendung vom 10. April platzierten gefälschten Interview erklärt die Sprecherin des Kommandos, Ingrid Hüpenbecker:

„Sinn und Zweck der Aktion war es, am Beispiel Polylux auf fragwürdige Recherchemethoden in der Medienlandschaft hinzuweisen.“ Eine einfache Google-Suche hat ergeben: Polylux sucht häufiger mittels Anfragen in Internetforen nach Protagonisten für Beiträge. Egal ob Speed-User, Sektenaussteiger, überforderte Studenten oder Menschen ohne Beziehungserfahrung – stets kommt das „Frischfleisch“ für die nächste Sendung aus der „lieben Community“ im Internet. Ob es sich bei dieser Art der Protagonisten-Akquise überhaupt um Recherche handelt, ist fraglich.

„Die Methode, mit einer offenen Anfrage in Web-Communities nach Protagonisten zu suchen“, so die Sprecherin weiter, „birgt die Gefahr, schnell an falsche Gesprächspartner zu geraten. Eine qualitative Recherche nutzt persönliche Kontakte im jeweiligen Umfeld, um an glaubwürdige Interviewpartner zu gelangen, und bietet nicht jedem, der gerade will, die Möglichkeit, irgendetwas in eine Kamera zu sprechen.“

Ingrid Hüpenbecker erklärt: „Das Kommando Tito von Hardenberg löst sich hiermit feierlich auf und freut sich, bald andere Medienguerilleros im Fernsehen wegzappen zu dürfen. Wir wünschen Polylux für die Zukunft alles Gute. Bleiben Sie stark.“

+++++++

Kein Einzelfall – unter folgenden Adressen sind weitere Beispiele von „Polylux-Internetrecherchen“ abrufbar:

„Volksdroge Speed“:
http://drogen-forum.forumfrei.com/partydrogen-f5/alltagsdroge-speed-t1346.htm
http://www.eve-rave.ch/Forum/ftopic11111-0-asc-0.html

„World of Warcraft-Süchtige“:
http://www.wow-forum.com/de/114-ard-magazin-polylux-sucht-wow-zocker.html
http://www.cyberlord.at/forum/?id=4062&thread=837

„Menschen ohne Beziehungserfahrung“
http://genderama.blogspot.com/2006/11/polylux-sucht-menschen-ohne.html

„Mehrfachliebe“
http://julia-seeliger.de/polyamorie-polylux-sucht-interviewpartnerinnen

„Body Integrity Identity Disorder“
http://amputee.ultraboard.ch/ftopic758.html

„Überforderte Studenten“
http://www.study-board.de/forum/marktplatz/33719-anfrage-ard-magazin-polylux-berforderte-studenten.html
http://www.adfd.org/forum/viewtopic.php?t=4434&sid=529f2d795b971d0ebb3cde8a42427c01

„Sekten-Aussteiger“
http://sekten.ch/forum/viewtopic.php?t=1388

Kommando platziert gefälschtes Interview in Polylux

P R E S S E M I T T E I L U N G

Gefälschtes Interview im ARD-Magazin Polylux platziert

- Lifestylesendung geht dem „Kommando Tito von Hardenberg“ aus dem Umfeld der Hedonistischen Internationalen auf den Leim
- Fingierter Interviewpartner in Beitrag zu „Alltagsdroge Speed“ eingeschleust
- Journalismus vernachlässigt Recherche

Berlin, 10. April 2008. Die ARD-Zeitgeistsendung „Polylux“ ist einer Fälschung des „Kommando Tito von Hardenberg“ aus dem Umfeld der Hedonistischen Internationalen aufgesessen. Das Magazin strahlte heute einen Beitrag über die „Alltagsdroge Speed“ aus. Der dort gezeigte Speed-User „Tim“ ist eine Erfindung des Kommandos. Er mag in Wirklichkeit gar kein Speed und macht auch keine „Speed-Diät“.

Die Sprecherin des Kommandos, Ingrid Hüpenbecker, erklärt: „Wir haben die plumpe Internetrecherche von Polylux zum Anlass genommen, die Legende des Speed-Patienten „Tim“ zu erfinden und zum Drehtermin ein kleines Schauspiel vorzuführen. Erschreckend, wie einfach es ist, selbst gewählte Inhalte in Massenmedien zu platzieren und so gesellschaftliche Wirklichkeit werden zu lassen.“

„Polylux war zwar Ziel der Aktion, steht aber stellvertretend für weite Teile der Medienlandschaft, für die Recherche in erster Linie ein Kostenfaktor darstellt. Zentrale Bereiche des Journalismus werden an unterbezahlte Praktikanten ausgelagert, denen es aufgrund prekärer Arbeitsverhältnisse und des daraus resultierenden Drucks schwer möglich ist, ausreichend Zeit und Ressourcen in ihre Arbeit zu investieren.“

„Mit dem Charakter ‚Tim’ wollte das Kommando außerdem darauf hinweisen, dass in der so genannten Leistungsgesellschaft ein nicht normgerechter Körper ein Ausschlusskriterium darstellt. Dieses Thema lag uns wirklich am Herzen“, so Hüpenbecker. „Wir danken Polylux für die problemlose Umsetzung unseres Themenvorschlags, freuen uns auf zukünftige Aktionen im öffentlich-rechtlichen wie privaten Bereich und empfehlen: Journalisten, gebt euch einfach mehr Mühe. Alle.“

Hier das Polylux-Video mit dem fingierten Interviewpartner:

(„Dieses Video ist aufgrund des Urheberrechtsanspruchs von Kobalt Productions nicht mehr verfügbar.“)

Dann eben doch über die Polylux-Seite:

Ist jetzt auch weg.

Aber hier, der hier funktioniert:Ist auch weg.

Aber hier:

ARD-Magazin "Polylux" wurde bloßgestellt – MyVideo

Und hier das Bekennervideo. Sprecher ist „Tim“:

Gesagt wird:

Wir, Angehörige des Kommandos „Tito von Hardenberg“ der Hedonistischen Internationale, haben heute, am 10. April 2008, das öffentlich-rechtliche Musik-und-Drogen-Format „Polylux“angegriffen.

Unser Angriff auf den boulevard-medialen Komplex soll unsere grundlegende Opposition ausdrücken gegen Praktikantenausbeutung und schlechtes Fernsehprogramm; unsere Solidarität gilt all denen, die sich weltweit wehren gegen Staat, Kapital und die ganze andere Kacke.

Einem unserer Genossen ist es gelungen, ins Herz der Bestie vorzudringen und nicht nur das Format der Sendung ad absurdum zu führen, sondern auch die von Frau Hardenberg ausgelobten 50 Euro Aufwandsentschädigung der revolutionären Sache zuzuführen.

Wir fordern:

– die Abschaffung von Ausbeutung und Unterdrückung,
– mehr Klang, weniger Sucht und
– ein dreizehntes Monatsgehalt für die Arbeiterinnen und Arbeiter der Schiffabwrackungsindustrie von Bangladesh.